S&P 500 (ES Future): Reaktion nach der Fed Pressekonferenz am 15.12.2021

Aktualisiert: 19. Dez. 2021

Hurra die Zinsen steigen

So hätte ein Laie die Reaktion der Märkte nach der Fed Pressekonferenz am Mittwoch, 15.12.21 deuten können. Natürlich hat nicht die Ankündigung der Fed von bis zu drei Zinserhöhungen im nächsten Jahr diese Rallye ausgelöst. Vielmehr wurde das relativ klare Statement der Notenbank zum künftigen Vorgehen als maximale Planungssicherheit aufgenommen - denn die Börse hasst nichts mehr, als Unsicherheit.

Um stattliche 1,76% ging's im S&P 500 in weniger als zwei Stunden nach oben. Am Tag darauf im europäischen Handel wurde sogar ein neues Allzeithoch im S&P 500 Index erreicht.
S&P 500 (ES Future) Chart: Reaktion der Märkte nach der Fed Pressekonferenz am 15.12.2021

Um stattliche 1,76% ging's im S&P 500 - in weniger als zwei Stunden - nach der Fed Pressekonferenz nach oben. Am Tag darauf im europäischen Handel wurde sogar ein neues Allzeithoch im S&P 500 Index erreicht. Am Freitag, 17.12.21 war wegen des großen Hexensabbats alles möglich - das neue High wurde erst einmal abverkauft.


Inflation, Zinsen und die Reaktion der Aktienmärkte darauf

Wie geht es jetzt weiter?

In vielen Kommentaren liest man, wie schädlich steigende Zinsen für die Aktienmärkte seien. Empirische Untersuchungen zu diesem Thema haben alle eines gemein: Zinssteigerungen für sich allein betrachtet haben keine negativen Auswirkungen auf die Entwicklung der Aktienmärkte. Bei der Inflation verhält es sich ähnlich. Bis 5% Inflation stecken die Märkte prima weg - gute Unternehmen geben diesen Anstieg einfach an ihre Kunden weiter. Darüber hinaus leidet auch die Assetklasse Aktie unter der Inflation. Bis dato hat die Fed die Inflation als ein rein temporäres Problem eingestuft. Der jetzige Gesinnungsswechsel und die damit verbundene Ankündigung die Inflation nicht überborden zu lassen, wurde von den Marktteilnehmern positiv bewertet - mit den damit verbundenen Zinserhöhungen kann man erfahrungsgemäß leben.

Also alles paletti?

Die 10-jährigen Treasury Bonds hatten 1980 eine Verzinsung von unglaublichen 16%. In den letzten 40 Jahren ist die Rendite fast kontinuierlich auf nahezu 0% gefallen. Erreicht wurde dies durch eine nie vorstellbar gewesene Ausweitung der Geldmenge. Es gab mehr Geld, als dafür vorhandene sinnvolle Investitionen - dieses Geld war umsonst, es hatte keinen Preis (Zins) mehr.

Fehlallokationen, Blasen und Zombiefirmen sind das Resultat

Die Aktiengesellschaften im Russell 2000 sind extrem hoch verschuldet und viele dieser Firmen sind nicht profitabel. Mit dem "Free-Lunch-Money" konnten sich weltweit nicht wettbewerbsfähige Firmen immer weiter finanzieren. Das hemmt dringend notwendige Erneuerungen, bremst Innovationen und erfolgreiche Firmen und verhindert gesunde Marktbereinigungen.

Unter diesem Szenario birgt der nun begonnene Zinserhöhungszyklus enormen Sprengstoff.


Russell 2000 Index: Seitwärtstrend seit Februar 2021 - es droht der Bruch des Aufwärtstrends

Im Gegensatz zu den großen Indizes, S&P 500 und Nasdaq 100, in denen sich das Big-Money tummelt ist der Aufwärtstrend im Russell bereits zum stocken gekommen.
Russell 2000 Index: Seitwärtstrend seit Februar 2021 - es droht der Bruch des Aufwärtstrends

Im Gegensatz zu den großen Indizes, S&P 500 und Nasdaq 100, in denen sich das Big-Money tummelt ist der Aufwärtstrend im Russell bereits zum stocken gekommen.

Solange die Wirtschaft weiter auf Erholungskurs bleibt, werden sich die aufgestauten Missstände weiter unter den Teppich kehren lassen.

US-Verbraucherpreise im Nov. 2021 + 6,8%, Lieferengpässe, Omikron, etc.

Sollte unter diesem Szenario die Ertragskraft der Firmen deutlich nachlassen - erste Hinweise hierfür bekommen wir in der Earnings Season Q1 2022 - droht den Märkten ein rauerer Wind.





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